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Neues Studienbild: Mehr US-Väter ab 50 – Risiken des fortgeschrittenen väterlichen Alters (APA)

Älterer Mann hält Baby auf dem Arm, sitzend auf einem Bett in einem hellen Schlafzimmer.

Mutterschaft ist untrennbar mit einer biologischen Uhr verbunden – daran muss man die meisten nicht erinnern. Diese Tatsache hält viele Frauen nachts wach, beeinflusst Entscheidungen rund um Karriere und Partnerschaft und trägt erheblich zu einer IVF-Branche im Umfang von 819 Millionen US-Dollar bei.

Väter werden in den USA später Eltern

Doch auch eine Vaterschaft in höherem Alter bringt eigene Risiken mit sich. Eine neue Studie zeigt, dass der Anteil der US-Väter, die bei der Geburt ihres Kindes 50 Jahre oder älter sind, zunimmt – und damit voraussichtlich auch die Zahl der Kinder, die davon betroffen sein könnten.

Warum sich dieser Trend verstärkt, ist nicht eindeutig. Der Urologe Albert Ha von der Stanford University und sein Team schreiben, er werde häufig auf „geringere Sorgen um die männliche ‚biologische Uhr‘ und den Wunsch nach Bildungs- und finanzieller Stabilität vor der Familiengründung“ zurückgeführt.

Zudem, so ergänzen die Autorinnen und Autoren, hätten frühere Arbeiten den Einfluss wandelnder Geschlechternormen betont, die einerseits aktive Elternbeteiligung fördern, gleichzeitig aber traditionelle Muster wie die Rolle des männlichen „Ernährers“ hervorheben.

In einer Welt, in der die Aufmerksamkeit meist stark auf die Mutter gerichtet ist, befürchten die Forschenden, dass das öffentliche Bewusstsein für diese „moderaten, aber bedeutsamen“ Risiken im Zusammenhang mit einem fortgeschrittenen väterlichen Alter (APA) zu gering ist.

Was Studien zu Risiken der fortgeschrittenen Vaterschaft zeigen

Bereits eine Studie aus dem Jahr 2018 hatte zahlreiche Risiken einer Vaterschaft im höheren Alter beschrieben – basierend auf Daten aus den Jahren 2007 bis 2016 zu mehr als 40 Millionen Lebendgeburten in den USA.

Darin zeigte sich: Säuglinge von Vätern über 35 Jahren hatten ein höheres Risiko für ungünstige Ergebnisse wie niedriges Geburtsgewicht, Krampfanfälle und Atemprobleme unmittelbar nach der Geburt.

Ausserdem nahm das Risiko mit dem Alter des Vaters weiter zu: Bei Männern ab 45 Jahren war das Kind um 14 Prozent häufiger von einer Frühgeburt betroffen, und bei Vätern ab 50 Jahren war das Risiko um 28 Prozent erhöht, dass das Neugeborene auf eine neonatologische Intensivstation aufgenommen werden musste.

Ha und Kolleginnen und Kollegen werteten mehr als 46 Millionen in den USA gemeldete Lebendgeburten aus den Jahren 2011 bis 2022 aus. Ihre Querschnittsstudie macht deutlich, dass der Anteil der US-Familien, die diesen Risiken ausgesetzt sind, steigt – weil sich mehr Männer in einem reiferen Alter für die Elternschaft entscheiden.

So erhöhte sich das durchschnittliche väterliche Alter kontinuierlich von 30,8 Jahren im Jahr 2011 auf 32,1 Jahre im Jahr 2022. Parallel stieg der Anteil der Geburten mit Vätern ab 50 Jahren von 1,1 Prozent (2011) auf 1,3 Prozent (2022) – ein kleiner, aber bedeutsamer Anstieg.

„Jüngste sozioökonomische und demografische Trends haben den Zeitpunkt der Familiengründung in den USA verschoben, wobei viele Paare die Elternschaft zunehmend hinauszögern“, schreiben Ha und Kolleginnen und Kollegen.

Selbst nachdem das Team das Alter der Mutter und weitere Faktoren statistisch berücksichtigt hatte, war jede Zunahme des väterlichen Alters um 10 Jahre mit einem höheren Anteil an Geburten verbunden, die auf assistierte Reproduktionstechnologie (ART) angewiesen waren. Ausserdem ging ein höheres väterliches Alter mit einer grösseren Wahrscheinlichkeit einher, dass es sich um die erste Geburt der Mutter handelte, sowie – im Vergleich zu Vätern im Alter von 30 bis 39 Jahren – mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht.

Mögliche biologische und soziale Ursachen

„Das väterliche Alter hat auch die Fruchtbarkeit, den Verlauf der Schwangerschaft und die Gesundheit des Kindes beeinflusst“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

„Altersbedingte Erkrankungen wie erektile Dysfunktion und Hypogonadismus beeinträchtigen die männliche Zeugungsfähigkeit, während höheres Alter mit geringerem Ejakulatvolumen sowie reduzierter Beweglichkeit und veränderter Morphologie der Spermien einhergeht.“

Weitere Forschung bringt ein höheres väterliches Alter zudem mit einer sinkenden Spermienqualität in Verbindung. Dadurch können die gewundenen kleinen „Genpakete“, die die Hälfte der DNA eines Babys beisteuern, häufiger von DNA-Fragmentierung, abweichenden Chromosomenzahlen, neuen Mutationen und epigenetischen Veränderungen betroffen sein.

„Insgesamt kann die Anhäufung von Veränderungen bei älteren Männern das Risiko für Erkrankungen wie Autismus, pädiatrische Krebserkrankungen, Achondroplasie und Schizophrenie erhöhen; die Wahrscheinlichkeit eines ART-Erfolgs senken; und das Risiko perinataler Komplikationen steigern“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

Beim Geschlechterverhältnis der Neugeborenen fanden sich keine bedeutsamen Unterschiede in Abhängigkeit vom Alter des Vaters – mit einer Ausnahme: Bei Vätern ab 70 Jahren war die Wahrscheinlichkeit höher, ein Mädchen zu bekommen.

Insgesamt unterstreicht die Arbeit den Bedarf an besserer Aufklärung über die Risiken einer Vaterschaft im höheren Alter sowie an weiterer Forschung zu den Faktoren, die diesen gesellschaftlichen Wandel antreiben.

Die Studie ist in JAMA Network Open veröffentlicht.

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