Mehr als neun Millionen Fahrzeuge, die in Spanien unterwegs sind – also über 30 % des fahrenden Fahrzeugbestands – geraten bereits durch neue Verkehrsauflagen in den urbanen Bereichen einiger Städte ins Visier.
Welche Fahrzeuge unter die DGT‑Plakette B fallen
Betroffen sind Fahrzeuge mit der DGT‑Plakette B (Dirección General de Tráfico). Dazu zählen nicht nur Diesel-Pkw mit Erstzulassung zwischen 2006 und 2015, sondern auch Benziner mit Erstzulassung zwischen 2001 und 2006. Ebenfalls erfasst sind Lkw sowie Busse mit Zulassung nach 2006 (mit Ausnahmen).
Erste Städte mit Einschränkungen in den ZBE
Zu den ersten Kommunen, die die Fahrt mit diesen Fahrzeugen beschränkt haben, gehören Madrid (im zentralen Bereich), Getafe und Estepona.
Bilbao verschärft die Regeln: Zeiten und Bußgeld
Am konsequentesten ist jedoch Bilbao vorgegangen: Seit diesem Sommer dürfen Diesel-Fahrzeuge, die älter als 10 Jahre sind, an Werktagen zwischen 07:00 und 20:00 Uhr nicht mehr in den ZBE (Zonas de Baixas Emissões) der Stadt fahren. Verstöße gelten als schwerwiegend und können mit bis zu 200 Euro geahndet werden.
Weitere Städte bereiten Einschränkungen vor
Málaga und Palma de Mallorca haben bereits angekündigt, vergleichbare Verbote ab Januar 2027 einzuführen. Katalonien wiederum bereitet den bislang weitreichendsten Schritt vor: Dort sollen alle Fahrzeuge mit DGT‑Plakette B nicht nur aus den ZBE der Städte verbannt werden, sondern aus der gesamten autonomen Region.
Die Maßnahme ist Teil des neuen Luftqualitätsplans der Generalitat und könnte schon 2026 greifen, falls es zu Phasen hoher Luftverschmutzung kommt. In Katalonien liegen einige der bevölkerungsreichsten Städte Spaniens; bis 2028 sollen mindestens 23 Gemeinden das Verbot umsetzen. San Sebastián wird sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls anschließen.
Gesetzlicher Druck durch das spanische Klimagesetz
Auslöser für diese Verschärfungen ist das spanische Klimagesetz: Es verpflichtet alle Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern – oder ab 20.000 Einwohnern bei Problemen mit der Luftqualität – zur Einrichtung von Zonen mit niedrigen Emissionen. Kommunen, die das nicht umsetzen, riskieren den Verlust von Unterstützungsleistungen des Zentralstaats, darunter auch Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr.
Da weiterhin mehr als neun Millionen Fahrzeuge mit DGT‑Plakette B unterwegs sind, wird die Umstellung Millionen von Fahrerinnen und Fahrern direkt betreffen.
Und die Einschränkungen in den Stadtgebieten markieren erst den Anfang: Mehrere Gemeinden beginnen bereits, auch Regeln für Fahrzeuge mit DGT‑Plakette C anzukündigen. Darunter fallen Benziner ab Erstzulassung 2006 sowie Diesel seit September 2015 – also Fahrzeuge, die weniger als 10 Jahre alt sind. Das betrifft über 10 Millionen Fahrzeuge, also mehr als ein Drittel des gesamten fahrenden Fahrzeugbestands in Spanien.
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