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E-Mopeds und E-Bikes senken den Ölverbrauch schneller als Elektroautos

Mehrere Radfahrer mit Helmen fahren auf einer Straße in der Stadt bei Tageslicht.

Während sich die öffentliche Debatte fast vollständig darauf konzentriert, möglichst schnell Elektroautos einzuführen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu senken, bleibt ein anderer Hebel oft unbeachtet: elektrische Mopeds und E-Bikes.

Tatsächlich haben „E-Mopeds“ und E-Bikes beim weltweiten Rückgang des Ölverbrauchs bislang mehr bewirkt als Elektroautos – schlicht wegen ihrer großen Stückzahlen.

Warum E-Mopeds und elektrische Zweiräder mehr bewirken als Elektroautos

Ein von Bloomberg Energy Finance erstellter und von The Conversation aufgegriffener Bericht hält fest, dass es 2022 weltweit etwas mehr als 20 Millionen Elektroautos sowie 1,3 Millionen elektrische Nutzfahrzeuge (einschließlich schwerer Fahrzeuge) gab.

Im selben Jahr kamen elektrische Mopeds und Motorräder (zwei und drei Räder) hingegen global auf über 280 Millionen Einheiten – E-Bikes sind in dieser Zahl nicht einmal enthalten.

Zwar dürfte die Zahl elektrischer Pkw und Nutzfahrzeuge in den kommenden Jahren deutlich zulegen: Die Studie erwartet für 2025 etwa das Vierfache, also rund 85 Millionen Fahrzeuge. Doch auch die elektrischen Zwei- und Dreiräder wachsen weiter und sollen bis zur Mitte des Jahrzehnts komfortabel über 300 Millionen liegen.

Unterm Strich bedeutet das: Diese mehr als 280 Millionen elektrischen Fahrzeuge mit zwei oder drei Rädern haben global einen viermal so großen Einfluss auf die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen wie die gut 20 Millionen Elektroautos.

Dieser Effekt entspricht einer Verringerung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen um 1%. Das klingt zunächst wenig, entspricht aber einem Minus von einer Million Barrel Öl pro Tag.

Der schnelle Popularitätszuwachs – besonders bei elektrischen Mopeds – findet vor allem in Weltregionen statt, in denen Verbrenner-Pendants schon lange verbreitet sind, etwa in Asien und insbesondere in China.

Mikromobilität als eine der Lösungen für die Zukunft?

The Conversation weist darauf hin, dass viele Autofahrten im Alltag sehr kurz sind und zudem häufig nur eine Person im Fahrzeug sitzt. In den USA beispielsweise liegen 60% der Wege bei bis zu 10 km – eine Distanz, die den Einsatz eines Autos, egal ob mit Verbrennungsmotor oder elektrisch, oft nur schwer rechtfertigt.

E-Bikes und elektrische Mopeds benötigen naturgemäß weniger Energie. Damit können sie eine passende Lösung für kurze Strecken sein – und sogar die Nutzung des öffentlichen Verkehrs unterstützen. Gerade E-Bikes und E-Scooter können dabei helfen, „unbequeme Distanzen“ zu überbrücken, also beispielsweise den Weg zwischen ÖPNV-Haltestelle oder Bahnhof und der eigenen Wohnung.

Laut Forschenden aus den USA, die ein Szenario modelliert haben, in dem 11% dieser kurzen Fahrten mit elektrischer Mikromobilität zurückgelegt würden, könnten die Treibhausgasemissionen um 7% sinken.

Grenzen der elektrischen Mikromobilität

Auch wenn Mikromobilität günstiger ist und erheblich weniger Energie benötigt als ein Elektroauto, bringt sie – ähnlich wie E-Autos – Nachteile mit. Sinnvoll ist sie offensichtlich vor allem auf kurzen Distanzen und dann, wenn es primär um den Transport von ein oder zwei Personen geht.

Auch wenn weiterhin vor allem Elektroautos als Schlüssel zur Senkung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe gelten, zeigt elektrische Mikromobilität das Potenzial, schneller und in größerem Umfang Wirkung zu entfalten – vorausgesetzt, die Nachfrage wächst weiter.

Quellen: The Conversation, Bloomberg Energy Finance

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