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Studie: Smartphone mit 12 erhöht Risiko für Depression, Adipositas und zu wenig Schlaf

Junge sitzt am Küchentisch mit Handy, neben ihm Notizen und eine Schüssel Müsli, Frau im Hintergrund mit Tasse.

Wir lernen gerade erst, wie stark Smartphones die Kindheit prägen – und eine neue Studie zu Kindern kurz vor der Pubertät liefert erneut Ergebnisse, die unangenehm zu lesen sind.

Studie zu Smartphones und Gesundheit bei 12-Jährigen

Forschende in den USA berichten, dass der Besitz eines Handys im Alter von 12 Jahren im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Gerät mit einem höheren Risiko für Depression, Adipositas und unzureichenden Schlaf verbunden war.

Das iPhone wurde vor weniger als 20 Jahren eingeführt. Für viele Kinder, die heute in die Teenagerjahre starten, ist eine Welt ohne Smartphone deshalb praktisch unbekannt. Studien wie diese versuchen, die möglichen Folgen dieser Entwicklung besser voneinander zu trennen.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir Smartphones als einen wichtigen Faktor für die Gesundheit von Teenagern betrachten sollten – und die Entscheidung, einem Kind ein Handy zu geben, sorgfältig abwägen und mögliche Auswirkungen auf Leben und Gesundheit mitdenken sollten“, sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Ran Barzilay vom Children’s Hospital of Philadelphia.

Grundlage sind Daten von 10.588 jungen Menschen aus einer laufenden Untersuchung zur Gehirnentwicklung im Jugendalter. Sie liefern eine Momentaufnahme der Gesundheit mit 12 Jahren – und zusätzlich Hinweise darauf, welche Unterschiede es im darauffolgenden Jahr machen könnte, ob ein Kind ein Handy bekommt oder nicht.

Die Forschenden berücksichtigten weitere Einflussfaktoren wie demografische Merkmale und den sozioökonomischen Status. Dabei zeigte sich: Mit 12 Jahren hatten knapp 6,5 Prozent der Kinder mit Handy eine Depressionsdiagnose erhalten, gegenüber etwa 4,5 Prozent bei Kindern ohne Handy. Das wirkt auf den ersten Blick gering, ist statistisch jedoch ein bedeutsamer Unterschied.

Ergebnisse: Depression, Adipositas und unzureichender Schlaf

Beim Thema Adipositas lagen die Werte bei ungefähr 18 Prozent unter den Smartphone-Nutzenden, im Vergleich zu rund 12 Prozent bei 12-Jährigen ohne diese Geräte.

Auch beim Schlaf ergab sich eine klare Differenz: 47 Prozent der 12-Jährigen mit Handy berichteten von unzureichendem Schlaf (weniger als neun Stunden pro Nacht), während es bei Gleichaltrigen ohne Handy 31 Prozent waren.

Kinder, die spätestens mit 13 Jahren ein Handy hatten, gaben häufiger psychische Probleme (einschliesslich Depression) und unzureichenden Schlaf an als jene ohne Gerät. Beim Adipositas-Risiko zeigte sich innerhalb dieses Jahres jedoch keine auffällige Veränderung.

Nutzen und Risiken: verantwortungsvoller Umgang mit Smartphones

Die Forschenden räumen ein, dass Handynutzung – wie andere Studien zeigen – auch Vorteile haben kann. Gleichzeitig plädieren sie dafür, stärker darauf zu achten, dass diese Geräte verantwortungsvoll genutzt werden.

„Für viele Teenager können Smartphones eine konstruktive Rolle spielen, indem sie soziale Verbindungen stärken, das Lernen unterstützen und Zugang zu Informationen und Ressourcen bieten, die die persönliche Entwicklung fördern“, sagt Barzilay.

„Ebenso sehen manche Familien ein Smartphone als notwendig an – etwa für Sicherheit oder Kommunikation.“

In den Daten stecken zudem wichtige Feinheiten. So wurde Depression als jede Phase von Depression im bisherigen Leben des Kindes erfasst – in einzelnen Fällen kann sie also bereits vor dem Erhalt eines Handys aufgetreten sein.

Ausserdem lassen sich aus einer beobachtenden Studie dieser Art keine eindeutigen Schlüsse zu Ursache und Wirkung ziehen. Dennoch sind die Stärke der Zusammenhänge – sowie die Veränderungen, die zwischen 12 und 13 Jahren dokumentiert wurden, während einige Kinder ein Handy bekamen und andere nicht – ein guter Grund für weitere Untersuchungen.

Die Ergebnisse passen zudem zu dem, was über Erwachsene und Smartphones bekannt ist: Solche Geräte können Stress verstärken, uns ablenkter und erschöpfter zurücklassen und verändern, wie unser Gehirn verschaltet ist.

Nächste Schritte: Bildschirmzeit, Apps und Gegenmassnahmen

In künftigen Studien möchten die Forschenden genauer prüfen, wie sich die Dauer der Bildschirmzeit und unterschiedliche App-Arten auf die Ergebnisse auswirken, ob sich die Befunde über längere Abschnitte der Jugendzeit fortsetzen und welche Gegenmassnahmen helfen könnten.

„Es ist entscheidend, dass junge Menschen Zeiten ohne Handy haben, um sich körperlich zu betätigen – das kann vor Adipositas schützen und die psychische Gesundheit langfristig verbessern“, sagt Barzilay.

Die Studie wurde in Pediatrics veröffentlicht.

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