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Schneedürre 2026 im Westen der USA: Studie zeigt viermal häufigere Ereignisse durch Klimawandel

Person mit Tablet untersucht trockenen, rissigen Boden in bergiger Schneelandschaft mit Messgerät und blauen Markierungen.

Die dünne, ernüchternde Schneedecke, die den Westen der USA Anfang 2026 traf, war nicht einfach nur ein Pechwinter.

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine derart ausgeprägte Schneedürre im vorindustriellen Klima ungefähr einmal in 30 Jahren zu erwarten gewesen wäre.

Unter den heutigen Klimabedingungen tritt dasselbe Ereignis dagegen nahezu alle sieben Jahre auf – also etwa viermal so häufig. Damit wird aus einem früheren „einmal pro Generation“-Winter etwas, das deutlich näher an der Normalität liegt.

Geleitet wurde die Untersuchung von Marianne Cowherd, Assistenzprofessorin an der Staatlichen Universität Montana, gemeinsam mit Forschenden der Universität von Wyoming und der Colorado-Hochschule für Bergbau.

Ein ungewöhnlicher Winter wirft Fragen auf

Der Winter 2026 fiel so deutlich aus dem Rahmen, dass vielen schon auffiel, dass etwas nicht stimmte – lange bevor irgendjemand die Statistik dazu ausgewertet hatte.

Besonders spürbar war es in Skigebieten: Überdurchschnittlich milde Temperaturen und eine magere Schneedecke zwangen zu Entscheidungen, die normalerweise erst viel später in der Saison anstehen.

„Was wir in diesem Frühjahr erlebt haben, war wirklich seltsam, und wir wollten die Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen, nutzen, um unser Verständnis von Klima und Schneedecke zu vertiefen“, sagte Cowherd.

„Als das Skigebiet Bridger-Becken früh schloss und es im Februar warm war, wollten die Leute wissen, ob das am Klimawandel liegt oder ob das eine normale Schwankung eines gewöhnlichen Jahres ist. Mit Statistik können wir diese Frage beantworten.“

Westliche Schneedecke im Blick

Für die Analyse nutzte das Team ein physikbasiertes Wettermodell, das Satellitenbeobachtungen mit direkten Messungen des in der Schneedecke gespeicherten flüssigen Wassers (Schneewasseräquivalent) zusammenführte.

Anschliessend verglichen die Forschenden die dokumentierten Werte der Schneedecke jeweils zum 15. März für jedes Jahr seit 1987.

Dieser Stichtag ist relevant, weil er in weiten Teilen der Region typischerweise nahe am saisonalen Maximum der Schneedecke liegt – und damit einen hilfreichen, konstanten Vergleichspunkt von Jahr zu Jahr bietet.

Die Schneedecke im Jahr 2026 stellte keinen absoluten Negativrekord auf. Dennoch lag sie im gesamten Untersuchungsgebiet auf oder unter dem 10. Perzentil – der niedrigste Wert, der in diesen 40 Jahren irgendwo im Westen der USA beobachtet wurde.

Zwei Klimaszenarien im Test

Bevor das Team Schlüsse zog, überprüfte es zunächst, ob das Modell die tatsächliche Schneedürre von 2026 zuverlässig nachbilden kann.

Erst nachdem diese Prüfung bestand, liessen die Forschenden mit demselben Modell Winter unter zwei deutlich unterschiedlichen Klimazuständen simulieren.

Das eine Szenario stand für die heutige Welt und umfasste den Zeitraum 2016 bis hin zu projizierten Bedingungen im Jahr 2036. Das andere Szenario bildete das vorindustrielle Klima von 1850 bis 1900 ab – also eine Zeit, bevor grossflächige, vom Menschen verursachte Kohlenstoffemissionen prägend wurden.

Cowherd erklärte, dass diese Simulationen dem Team ein klares statistisches Bild davon lieferten, wie Winter im vorindustriellen Zustand tatsächlich ausgesehen haben.

Damit stand eine notwendige Referenz zur Verfügung, um einzuschätzen, ob ein Ereignis wie die Schneedürre 2026 ohne Klimawandel plausibel hätte auftreten können.

Die Wahrscheinlichkeiten haben sich drastisch verschoben

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Im aktuellen Klima wird eine Schneedürre von der Schwere wie 2026 voraussichtlich etwa einmal alle 6.8 Jahre auftreten.

Im vorindustriellen Klima wäre dasselbe Ausmass dagegen nur ungefähr einmal in 30 Jahren zu erwarten.

„Wir haben festgestellt, dass es nicht unmöglich ist, dass solche Ereignisse auch ohne Klimawandel passieren, aber sie sind dann viel seltener“, sagte Cowherd.

Sich auf mehr Schneedürren einstellen

Der Abstand zwischen „einmal in 30 Jahren“ und „einmal in 6.8 Jahren“ ist nicht bloss eine statistische Feinheit.

Er entscheidet darüber, ob sich ein Skiort auf ein extremes Jahr höchstens einmal pro Generation vorbereiten muss – oder ob er inzwischen fast routinemässig damit rechnen und planen sollte.

Im gesamten Gebirgswesten hängen Wassermanager, Skigebiete und flussabwärts gelegene Gemeinden von der Schneedecke ab: vom Trinkwasser bis hin zu Einnahmen aus Freizeit und Tourismus.

Entsprechend verändert diese Verschiebung, wie häufig sie mit einem schlechten Winter wie 2026 rechnen sollten. Zugleich liefert die Methode ein Muster, das andere Forschungsteams auch in anderen Regionen anwenden könnten.

In der öffentlichen Debatte wird es zunehmend schwieriger, Extremwetter sauber von gewöhnlicher Variabilität zu trennen.

Genau deshalb bietet der statistische Vergleich, den Cowherds Team eingesetzt hat, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine greifbare Möglichkeit, eine Frage zu beantworten, die viele längst stellen: War das nur Wetter – oder ist das der Klimawandel, so wie er dort aussieht, wo ich lebe?


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