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Aktuelle Studie: Hundebesitzer sind resilienter als Katzenbesitzer – Persönlichkeit im Vergleich

Junges Paar mit Hund und Katze auf Sofa schaut auf Laptop, entspannte Wohnzimmeratmosphäre.

Das Sprichwort, man streite „wie Hund und Katze“, legt nahe, dass beide Arten grundsätzlich nicht miteinander auskommen.

Tatsächlich können Katzen und Hunde sehr wohl harmonieren – und die vermeintliche Kluft zwischen den felligen Mitbewohnern lässt sich womöglich eher bei den Menschen finden, die sie halten.

Studie zu Katzenbesitzern und Hundebesitzern

Eine aktuelle Befragung unter 329 Personen zeigte klare Unterschiede zwischen den Persönlichkeitsprofilen von Katzenbesitzern und Hundebesitzern, besonders dann, wenn Menschen mit Stress oder sozialer Isolation konfrontiert sind.

Die Psychologinnen Jessica Oliva und Leah Michelle Baines von der James Cook University untersuchten, wie gut sich aus dem Haustierbesitz die Merkmale des Fünf-Faktoren-Modells der Persönlichkeit vorhersagen lassen: Extraversion, Verträglichkeit, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus. Zusätzlich betrachteten sie die persönliche Resilienz von Tierhaltern.

„Hundehaltung wurde mit weniger Einsamkeit bei Menschen in Verbindung gebracht, die während längerer Phasen der Isolation allein leben – etwa während Covid-Beschränkungen“, sagt Oliva.

„Deshalb haben wir in unserer Forschung geprüft, wie stark Hundebesitz im Vergleich zu Katzenbesitz Persönlichkeitseigenschaften und Resilienz vorhersagen kann.“

Resilienz und Neurotizismus unter Stress

Die Ergebnisse von Baines und Oliva deuten darauf hin, dass Hundebesitzer in belastenden Situationen eher resilient reagieren, während Katzenbesitzer tendenziell höhere Werte beim Neurotizismus aufweisen.

„Die höhere Resilienz von Hundebesitzern könnte erklären, warum sie während der Beschränkungen weniger einsam waren als Menschen ohne Hund“, sagt Oliva.

So wenig schmeichelhaft das für Katzenbesitzer klingen mag: Allein daraus wird noch nicht klar, weshalb sich die Persönlichkeit von Katzen- und Hundebesitzern überhaupt unterscheidet.

Verändert ein Haustier die Persönlichkeit – oder passt es nur besser?

Liegt es daran, dass ein Hund durch die Haltung Resilienz aufbaut? Oder sind Katzen so nervös, dass sich das auf ihre Halter überträgt – oder ist es umgekehrt?

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Wahl eines Haustiers etwas über den Charakter verrät; manche lassen eine Vorliebe für Hund oder Katze sogar in die Frage einfliessen, wen sie daten möchten. Solche Einschätzungen sind nicht immer fair, doch wissenschaftliche Befunde stützen zumindest die Idee, dass sich „Katzenmenschen“ und „Hundemenschen“ in gewissen Punkten relativ zuverlässig unterscheiden.

Dass allein der Besitz von Katze oder Hund die Persönlichkeit grundlegend umkrempelt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Plausibler ist, dass sich die meisten Menschen eher für ein Tier entscheiden, das zu ihrer bereits vorhandenen Art passt.

„Einfach gesagt: Menschen, die von Natur aus eher zu Resilienz neigen, mögen möglicherweise Hunde lieber – statt dass der Hund Menschen resilient macht“, sagt Oliva.

Eine Studie aus Mexiko ergab, dass die wahrgenommenen emotionalen „Kosten“ einer Beziehung zu Katzen geringer seien, was sie als Haustiere leichter haltbar mache. Im Gegensatz dazu würden die als „hoch“ empfundenen Kosten in Beziehungen zu Hunden zu einer stärkeren emotionalen Nähe beitragen.

Wer also schnell angespannt ist oder sich häufig gestresst und sehr selbstbewusst im Sinne starker Selbstbeobachtung erlebt, könnte mit einem unabhängigen, vergleichsweise selbstständigen Tier wie einer Katze besser zurechtkommen.

Wer hingegen gern mit Herausforderungen umgeht, Verantwortung übernimmt und emotional in andere investiert, ist womöglich eher bereit, die Aufmerksamkeit und Fürsorge zu leisten, die das Aufziehen und Halten eines Hundes verlangt.

Gleichzeitig spielen bei der Entscheidung für ein Haustier zahlreiche Einflüsse eine Rolle, die nicht zwingend etwas mit der Persönlichkeit zu tun haben. In Olivas Untersuchung deutete sich ebenfalls an, dass Lebensgewohnheiten, Wohnsituation und die schlichte Sympathie für eine bestimmte Tierart die Wahl massgeblich mitbestimmen. Es könnte sogar sein, dass Vorlieben für bestimmte Haustiere teilweise genetisch mitgeprägt sind.

„Interessanterweise gibt es Hinweise, die die Idee stützen, dass Gene die Haltung einer bestimmten Art begünstigen. Es könnte sein, dass Einflüsse auf den Besitz mit genetisch abgeleiteten Persönlichkeitseigenschaften zusammenhängen – sodass sowohl die Persönlichkeitseigenschaft als auch die Neigung, ein bestimmtes Tier zu halten, vererbt werden“, sagt Oliva.

Haustier anschaffen: Verantwortung steht im Vordergrund

Unabhängig davon, welche Faktoren die Wahl beeinflussen: Die Entscheidung für ein Haustier sollte immer sorgfältig abgewogen werden.

„Die Entscheidung, sich zu irgendeinem Zeitpunkt ein Haustier anzuschaffen, sollte immer gut durchdacht sein – mit dem festen Vorsatz, das Tier während seiner gesamten Lebensdauer zu versorgen, und mit dem Wohl des Tieres als zentralem Kriterium“, sagt Oliva.

Auch wenn man bei der Tierhaltung bis zu einem gewissen Grad „über sich hinauswachsen“ kann, wird die Fürsorge für ein Tier nicht automatisch die Persönlichkeit verändern oder die psychische Gesundheit verbessern. Man mag sich wünschen, resilienter oder weniger neurotisch zu werden – das passendste Haustier bleibt dennoch das, das am besten zu den eigenen Voraussetzungen passt.

Die Ergebnisse wurden in Anthrozoös veröffentlicht.

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