Am heutigen Mittwoch, dem 29. Juli, ist erneut ein Abschiebeflug mit brasilianischen Staatsangehörigen aus den Vereinigten Staaten gestartet. Nach Angaben, über die AEROIN seit Jahresbeginn berichtet, handelt es sich um die 29. Operation im Jahr 2026.
Fluggerät und Route des Einsatzes
Wie schon bei vorherigen Einsätzen wird der Flug wieder von der US-amerikanischen Eastern Airlines durchgeführt. Dieses Mal kommt jedoch ein grösseres Flugzeug zum Einsatz: Statt des üblicherweise eingesetzten Boeing 767-300 (Kapazität für mehr als 240 Personen) wird ein Boeing 777-200 verwendet, der mehr als 350 Passagiere aufnehmen kann.
Die Maschine mit dem Kennzeichen N825KW hob in Alexandria (USA) ab, legt einen Zwischenstopp in Bogotá (Kolumbien) ein und fliegt anschliessend als EAL-8272 weiter nach Brasilien. Grundlage sind Daten, die AEROIN im System der brasilianischen Nationalen Zivilluftfahrtbehörde (Anac) eingesehen hat.
Ankunft in Confins und Weiterflug nach Santiago
Die Landung ist noch für diesen Mittwoch, den 29., um 20:00 Uhr am internationalen Flughafen Belo Horizonte in Confins (Bundesstaat Minas Gerais) vorgesehen. Wenige Stunden nach der Ankunft-nachdem die ausgeschafften Personen das Flugzeug verlassen haben-soll der Jet um 22:00 Uhr als EAL-8273 in Richtung Santiago (Chile) wieder abheben.
Bei den genannten Zeiten handelt es sich um eine Planung, die sich ändern oder auch kurzfristig gestrichen werden kann. Die Flüge der Boeing 777-200 mit dem Kennzeichen N825KW lassen sich in Echtzeit über die Plattform AirNav Radar verfolgen.
Ziel der Abschiebeflüge laut US-Heimatschutzministerium
Nach Darstellung des US-Department of Homeland Security dienen diese Abschiebeflüge der Rückführung von Personen in ihre Herkunftsländer, die gegen US-Einwanderungsbestimmungen verstossen haben. Betroffen sind vor allem Menschen, die unerlaubt in die USA eingereist sind, keine Genehmigung zum Verbleib erhalten haben, wegen Straftaten verurteilt wurden und/oder als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft werden.
Aufnahme in Brasilien: Unterstützung durch MDHC und weitere Stellen
Das brasilianische Ministerium für Menschenrechte und Bürgerschaft (MDHC) erklärt, dass die Abschiebung durch die US-Regierung erfolgt. In Brasilien werden die Rückkehrenden im Rahmen einer vom MDHC gemeinsam mit weiteren Bundesbehörden koordinierten Aufnahme unterstützt, eingebettet in das Programm „Hier ist Brasilien“.
Am Flughafen in Minas Gerais werden sie empfangen. Wer dies wünscht, wird zu einer besonderen Struktur weitergeleitet, die die Regierung in einem Hotel eingerichtet hat, um unmittelbare Bedürfnisse abzudecken-darunter medizinische und psychologische Betreuung, Verpflegung, Hygienesets, psychosoziale Unterstützung sowie Transport in die jeweiligen Herkunftsstädte.
Referenzzentrum CREDH-RM am Flughafen Confins
Zusätzlich gibt es am Flughafen Confins das Referenzzentrum für Menschenrechte für repatriierte Personen und Migrantinnen und Migranten (CREDH-RM). Es befindet sich im 1. Stock des Passagierterminals 1, eine Ebene über Check-in 1. Dort wird spezialisierte interdisziplinäre Beratung angeboten, mit Schwerpunkt auf qualifiziertem Zuhören, Hilfe bei Dokumentenfragen und Vermittlung an öffentliche Leistungen in den Bereichen Sozialhilfe, Gesundheit, Bildung sowie Arbeit und Einkommen.
Zahlen zu Rückführungen (Erhebung von Ricardo Morgan)
Auf Basis einer Auswertung von Ricardo Morgan, der den Flugbetrieb am internationalen Flughafen Belo Horizonte fotografiert und filmt, wurden 2025 insgesamt 3.371 Brasilianerinnen und Brasilianer von den USA abgeschoben-verteilt auf 38 Flüge mit den Zielen Confins, Fortaleza oder Manaus. Im Jahr 2026 waren es bislang mehr als 1.800 Personen in 28 Flügen, die sämtlich nach Confins gingen.
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