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DLR-Fluglabor HALO startet CoMet 3.0 Tropics über Brasilien

Ein weißes Kleinflugzeug fliegt über einen Fluss mit dichtem Grün, im Vordergrund Laptop und Karten.

CoMet 3.0 Tropics: Messflüge über Brasilien

Ein Fluglabor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im brasilianischen Luftraum den zweiten Abschnitt einer wissenschaftlichen Kampagne begonnen, die die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre überwacht. Die Mission trägt den Namen CoMet 3.0 Tropics und wird als gemeinsame Initiative Brasiliens und Deutschlands durchgeführt, um Messdaten zu Kohlendioxid (CO₂) und Methan (CH₄) zu erfassen.

Die Kampagne ist vor Kurzem angelaufen und läuft bis etwa Mitte September. Eingesetzt wird dafür HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) – ein für Forschungsaufgaben in grossen Höhen speziell umgerüsteter Jet.

Im Rahmen der Operation sind Überflüge über drei zentrale brasilianische Biome vorgesehen: den Amazonas, das Pantanal und den Cerrado. Die dabei gewonnenen Messreihen sollen helfen, die Kreisläufe dieser Gase in der Atmosphäre besser zu verstehen, Satellitenmessungen zu kalibrieren und die Entwicklung präziserer globaler Klimamodelle zu unterstützen.

HALO-Forschungsflugzeug des DLR

HALO basiert auf einem modifizierten Businessjet des Typs Gulfstream G550 und gilt als eine der wichtigsten Plattformen Deutschlands für atmosphärische Forschung. An Bord befinden sich hochentwickelte wissenschaftliche Instrumente, die während langer Flüge und in grosser Höhe detaillierte Messungen ermöglichen. Dadurch lassen sich atmosphärische Prozesse untersuchen, die von der Erdoberfläche aus allein nicht beobachtbar sind.

Zu dieser Ausstattung gehört auch ein langes Sensorsystem, das an der Flugzeugspitze montiert ist und optisch an einen Spiess erinnert. Damit können Messungen durchgeführt werden, ohne dass sie durch die Bewegung des Jets selbst verfälscht werden.

Messgebiete, Emissionen und internationale Zusammenarbeit

Bereits Ende des vergangenen Monats absolvierte dieselbe Maschine Flüge im Bundesstaat Goiás. Dort wurden Gasemissionen sowohl in einem Gebiet mit Förderung Seltener Erden als auch auf einem grossen Viehzuchtbetrieb analysiert.

Solche Aktivitäten setzen verschiedene Gase frei, darunter Methan, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid sowie Schwefelwasserstoff und weitere Stoffe. Ein grosser Teil dieser Gase ist toxisch und trägt zum Treibhauseffekt bei – einem der Phänomene, die HALO untersucht, indem es den Einfluss menschlicher Aktivitäten auf die Atmosphäre und die Reaktionen der Natur darauf erfasst.

An der Initiative sind rund 120 Forschende aus Brasilien und Deutschland beteiligt. Die Koordination liegt beim Nationalen Institut für Weltraumforschung (INPE), das dem brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTI) zugeordnet ist, sowie beim DLR.

CoMet 3.0 Tropics ist Teil einer internationalen Kooperation zur Beobachtung des Klimawandels. Ziel ist es, das Verständnis von Emissionen und dem Verhalten der wichtigsten Gase, die für die globale Erwärmung verantwortlich sind, zu vertiefen. Die in Brasilien erhobenen Daten sollen sowohl die wissenschaftliche Forschung unterstützen als auch zur Verbesserung von Klimavorhersagen im weltweiten Massstab beitragen. Den Flug dieses fliegenden Labors können Sie im folgenden Fenster in Echtzeit verfolgen:

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