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Asiatische Hornisse stoppen: Hornissenfalle aus der Plastikflasche richtig bauen

Imker hält Flasche mit Honig, umgeben von Bienen und bunten Bienenstöcken im Garten.

Immer mehr Imker und Hobbygärtner melden ein wachsendes Problem: Die asiatische Hornisse breitet sich schnell aus und setzt sowohl Bienenstöcken als auch Menschen spürbar zu. Mit einem einfachen Kniff aus einer leeren Plastikflasche kann man den Druck dieser invasiven Art deutlich reduzieren – vorausgesetzt, Zeitpunkt und Bauweise stimmen.

Warum die asiatische Hornisse so gefährlich ist

In Europa wird die asiatische Hornisse als invasive Art eingestuft. Sie macht bevorzugt Jagd auf Honigbienen, kann dadurch ganze Völker schwächen und verschlechtert so indirekt die Bestäubung im Obst- und Gemüsegarten. Ein einziges großes Nest kann aus mehreren tausend Tieren bestehen.

"Wer es schafft, schon im Frühling die Königinnen abzufangen, verhindert oft gleich ein komplettes Sommernest mit tausenden Arbeiterinnen."

Genau an diesem Punkt setzt die einfache Fallen-Methode an: Im Fokus steht die kurze Phase nach der Winterruhe, in der die Königinnen noch allein unterwegs sind und ein neues Volk gründen möchten. In dieser Zeit hat jedes gefangene Einzeltier eine besonders große Wirkung.

Aus Abfall wird Falle: Die Flasche als Hornissenfalle

Das Grundmaterial ist simpel: eine leere Plastikflasche, wie sie für Wasser oder Limonade genutzt wird. Was sonst weggeworfen würde, lässt sich mit wenigen Handgriffen zu einer Hornissenfalle für asiatische Hornissen umfunktionieren – ohne Spezialwerkzeug und nahezu ohne Kosten.

So funktioniert das Flaschenprinzip

Die Konstruktion nutzt einen Trichtereffekt. Dazu wird der obere Teil der Flasche abgeschnitten, umgedreht und als Einlauftrichter wieder in den unteren Flaschenteil eingesetzt. Der Duft des Lockstoffs führt die Hornisse hinein, den schmalen Ausgang findet sie später jedoch nur schwer.

  • Der Eingang wirkt groß und „offen“.
  • Im Inneren verlieren die Insekten leicht die Orientierung.
  • Die kleine Öffnung nach draußen ist kaum wiederzufinden.

Wegen ihrer vergleichsweise großen Spannweite und des eher schwerfälligen Flugverhaltens scheitert die asiatische Hornisse häufig daran, den Weg zurück nach draußen zu entdecken. Dadurch bleibt sie in der Falle.

Der Lockstoff: Mischung, die Hornissen anzieht, Bienen fernhält

Damit die Falle nicht wahllos viele nützliche Insekten anzieht, hat sich eine bestimmte Mischung bewährt. Sie spricht vor allem Hornissen und Wespen an, während Honigbienen eher Abstand halten.

Empfohlen wird ein Gemisch aus:

  • einem Drittel dunklem Bier,
  • einem Drittel Weißwein,
  • einem Drittel süßem Sirup (z. B. Cassis, Himbeere oder Grenadine).

Der Weißwein übernimmt dabei eine wichtige Aufgabe, weil sein Geruch Bienen eher abschreckt. So lässt sich die Falle stärker auf Hornissen ausrichten. Zusätzlich sollten in die Flaschenwand kleine Auslasslöcher mit etwa 5 Millimetern Durchmesser gebohrt werden. Kleinere Insekten können dadurch entkommen und werden nicht unnötig mitgefangen.

Schritt für Schritt: Falle in fünf Minuten bauen

Für den Bau reichen ein paar Dinge, die in den meisten Haushalten ohnehin vorhanden sind:

  • Plastikflasche mit 1,5 bis 2 Litern Volumen,
  • Cutter oder scharfes Messer,
  • Tacker oder starkes Klebeband,
  • etwas stabile Schnur zum Aufhängen.

So geht’s:

  1. Das obere Flaschendrittel sauber abtrennen.
  2. Den oberen Teil umdrehen, sodass der Flaschenhals nach unten zeigt.
  3. Den umgedrehten Teil in den unteren Flaschenbereich stecken und mit Tackernadeln oder Klebeband fixieren.
  4. Seitlich im unteren Bereich zwei bis drei Löcher von etwa 1 Zentimeter bohren – das sind die Haupteingänge.
  5. Rund um den Flaschenhals innen eine Reihe kleiner Löcher von etwa 5 Millimetern anbringen, damit kleine Insekten entweichen können.
  6. Lockstoff einfüllen, die Flasche schließen und an der Schnur aufhängen.

Mit ein wenig Routine ist die Falle in wenigen Minuten fertig. Die Ausgaben sind praktisch null, weil überwiegend vorhandene Materialien genutzt werden.

Der richtige Ort und Zeitpunkt für die Falle

Ob die Methode wirkt, hängt vor allem von Platzierung und Zeitraum ab. Wer Fallen ohne Plan über den ganzen Sommer hängen lässt, schadet im Zweifel der heimischen Insektenwelt.

Idealer Standort im Garten

Die Falle sollte:

  • in 1 bis 2 Metern Höhe hängen,
  • an einem halbschattigen oder schattigen Platz bleiben,
  • nicht direkt an Laufwegen von Kindern oder Haustieren hängen,
  • so platziert sein, dass man sie gut im Blick und unter Kontrolle hat.

Gute Orte sind zum Beispiel Bäume am Grundstücksrand, Gartenlauben oder Pfosten – mit etwas Abstand zum Bienenstock.

Kurzes Zeitfenster, große Wirkung

Als besonders effektiv gilt die Zeit von Mitte Februar bis etwa Ende Mai. In diesem Abschnitt verlassen die überwinterten Königinnen ihre Verstecke und suchen einen Platz für ihr erstes, kleines Frühjahrsnest.

"Wer in diesem Zeitfenster fängt, erwischt vor allem allein fliegende Königinnen – und verhindert damit ganze Völker, bevor sie entstehen."

Später im Frühling und im Sommer verschiebt sich die Situation: Dann sind deutlich mehr Arbeiterinnen der asiatischen Hornisse unterwegs, gleichzeitig aber auch viele heimische Wespen und die europäische Hornisse. Fallen, die zu lange hängen bleiben, fangen dann überproportional viele nützliche Arten.

Deshalb raten Fachleute, die meisten Fallen rund um den 1. Mai wieder abzunehmen oder die Anzahl zumindest deutlich zu verringern.

Umgang mit gefangenen Hornissen und gefundene Nester

Beim Entsorgen ist Vorsicht gefragt. Die asiatische Hornisse kann schmerzhaft stechen; für Allergikerinnen und Allergiker ist das Risiko besonders hoch.

  • Die geschlossene Flasche für etwa 24 Stunden in den Gefrierschrank legen.
  • Anschließend den Inhalt entsorgen, zum Beispiel über den Restmüll.
  • Die Flasche bei Bedarf ausspülen, frische Lockstoffmischung einfüllen und wieder aufhängen.

Wer ein Nest entdeckt – ob ein kleines „Primärnest“ im Frühling oder später ein großes Kugelnest in Bäumen oder an Gebäuden – sollte nicht selbst versuchen, es zu entfernen. Die Tiere verteidigen ihr Nest energisch, und die Anzahl der Hornissen im Inneren wird häufig unterschätzt.

Empfohlen wird, den Fund der zuständigen Gemeinde zu melden oder einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. In vielen Regionen gibt es bereits Melderegister, um die Ausbreitung systematisch zu dokumentieren.

Biodiversität schützen: Fallen bewusst einsetzen

Die asiatische Hornisse ist nicht das einzige Insekt, das auf süße Lockstoffe reagiert. Auch Wespen, Fliegen oder Käfer werden von solchen Düften angezogen. Wer seinen Garten nicht zur Dauerfalle machen will, setzt daher auf wenige Fallen und eine möglichst kurze Einsatzzeit.

Die Auslasslöcher mit fünf Millimetern Durchmesser helfen dabei, nützliche Kleininsekten wieder freizugeben. Dennoch bleibt jede Falle ein Eingriff ins natürliche Gleichgewicht. Fachverbände aus Imkerei und Landwirtschaft empfehlen deshalb gezielte, zeitlich begrenzte Massnahmen statt durchgehender Massenfallen über den gesamten Sommer.

Warum sich der Aufwand für Imker und Hobbygärtner lohnt

Für Imker geht es um mehr als nur Honig: Wird ein Bienenvolk durch den dauerhaften Druck der asiatischen Hornisse geschwächt, steigt die Anfälligkeit für Krankheiten, und die Überwinterung wird schwieriger. Auch Hobbygärtner spüren die Folgen unmittelbar – weniger Bestäubung bedeutet oft geringere Erträge bei Obst, Beeren und Gemüse.

Schon einige selbst gebaute Flaschenfallen im Umfeld eines Bienenstandes oder eines stark blühenden Gartens können die Belastung im Sommer spürbar senken. Optimal ist es, wenn Nachbarn gemeinsam handeln und eine größere Fläche abdecken – dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich überhaupt größere Nester etablieren.

Praktische Hinweise für den Alltag im Garten

Wer unsicher ist, ob es sich tatsächlich um die asiatische oder die europäische Hornisse handelt, sollte möglichst ein Foto machen und es mit offiziellen Merkblättern abgleichen. Die asiatische Art wirkt meist dunkler und zeigt eine deutlich gelb-orange Zeichnung am Hinterleib und an den Beinen.

Hilfreich ist außerdem eine einfache Routine:

  • Einmal pro Woche die Falle kontrollieren und den Lockstoff prüfen.
  • Bei starker Hitze den Lockstoff alle paar Tage erneuern, weil er schneller verdirbt.
  • Ab Anfang Mai regelmäßig entscheiden, ob die Falle noch sinnvoll ist oder besser abgenommen wird.

Wenn Kinder im Haushalt leben, sollte man früh erklären, die Falle nicht anzufassen und Abstand zu halten. Gut sichtbare, stabil befestigte Aufhängungen verringern zudem das Risiko, dass die Flasche versehentlich heruntergerissen wird.

Die Methode mit der Plastikflasche ersetzt keine umfassende Strategie gegen die asiatische Hornisse, kann aber ein hilfreicher Baustein sein. Zusammen mit Meldesystemen für Nester, einem wachsamen Blick im Garten und besserer Aufklärung über invasive Arten entsteht nach und nach ein wirksamer Schutzschirm – nicht nur für Bienen, sondern für das gesamte Gartenökosystem.


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