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Designer-Kreuzungen: Sind Cockapoo, Labradoodle und Cavapoo wirklich gesünder?

Tierärztin untersucht drei Labradoodle-Hunde im hellen Behandlungszimmer mit Tablet in der Hand.

Labradoodles, Puggles, Dorgis, Cavoodles, Cavapoos – wie auch immer man sie nennt: An der Welle sogenannter Designer-Kreuzungen, die heute durch unsere Strassen und Hundeparks läuft, kommt man kaum noch vorbei.

Viele Menschen haben sich diesen Hybridhunden zugewandt, seit die gesundheitlichen Probleme, die mit manchen Rassehunden verbunden sind, breiter bekannt wurden. Hinter der Idee steht: Designer-Mischlinge seien genetisch vielfältiger und hätten deshalb ein geringeres Risiko für die Krankheiten, die reinrassige Hunde häufiger betreffen.

Doch stimmt das überhaupt – sind diese Designer-Mixe tatsächlich gesünder als ihre reinrassigen Verwandten? Genau dieser Frage ging ein Forschungsteam des Königlichen Veterinärkollegs im Vereinigten Königreich in einer neuen, über Nacht veröffentlichten Arbeit nach.

Im Mittelpunkt standen drei verbreitete Pudel-Kreuzungen: Cockapoos, Labradoodles und Cavapoos. Das Ergebnis: Sie waren im Schnitt weder gesünder noch kränker als die jeweils vergleichbaren reinrassigen Ausgangsrassen.

Die Forschenden hoffen, dass diese Befunde Hundebesitzerinnen und -besitzern helfen, die Wahl des nächsten vierbeinigen Familienmitglieds stärker faktenbasiert zu treffen.

Designer-Kreuzungen

Die meisten Hunde, die heute leben, sind nicht unter direkter menschlicher Kontrolle gezüchtet worden. Trotzdem haben Menschen in rund 200 Jahren mehr als 400 moderne Hunderassen hervorgebracht – jede mit eigenen äusseren Merkmalen und typischen Temperamenten.

Einige sehr beliebte Rassen, etwa der Golden Retriever, haben selbst eine Vergangenheit als Mischling. Viele andere sind jedoch „Rassehunde“, die aus einem vergleichsweise engen Genpool stammen.

Befürworter reinrassiger Hunde argumentieren, diese seien in Gesundheit, Verhalten und Erscheinungsbild besser vorhersehbar. Zudem erlauben zahlreiche Zucht- und Stammbuchregister inzwischen keine Aufnahme von Kreuzungen mehr.

Mit der Zeit hat die begrenzte genetische Vielfalt bei vielen Rassehunden jedoch zu extremen Körperformen und erheblichen Tierschutzproblemen geführt.

Als Reaktion darauf setzen manche Züchterinnen und Züchter auf „Auskreuzung“: Dabei werden gezielt zwei Hunde unterschiedlicher Rassen verpaart. Dadurch sollen vererbte körperliche oder Verhaltensprobleme abgeschwächt werden, um gesündere Welpen zu erhalten. Die Hoffnung dahinter ist, dass die Nachkommen robuster sind als ihre Elterntiere – ein Konzept, das auch als „Hybridvorteil“ bezeichnet wird.

Das hat den Trend zu „Designer-Kreuzungen“ befeuert. Besonders häufig werden Pudel mit anderen Rassen gekreuzt, zum Beispiel:

  • der Mix mit dem Cavalier King Charles Spaniel, in Australien als Cavoodle und im Vereinigten Königreich als Cavapoo bekannt
  • der Mix mit dem Cocker Spaniel, in Australien als Spoodle und im Vereinigten Königreich als Cockapoo bekannt
  • der Mix mit dem Labrador Retriever, bekannt als Labradoodle. Diese Kreuzung wurde ursprünglich von einer Person aus Australien gezüchtet, um einen nicht-allergenen Blindenführhund zu schaffen.

Jede Menge Gesundheitsprobleme?

Die Untersuchung des Königlichen Veterinärkollegs stützte sich auf eine Befragung von etwa 9,400 Personen.

Ein Teil der Teilnehmenden hielt einen Kreuzungshund – entweder einen Cockapoo (Spoodle), Cavapoo (Cavoodle) oder Labradoodle. Andere besassen eine der reinrassigen „Ursprungsrassen“ (Gründerrassen) dieser Kreuzungen: Cavalier King Charles Spaniel, Cocker Spaniel, Labrador Retriever oder Pudel. Alle erfassten Hunde waren jünger als fünf Jahre.

Die Autorinnen und Autoren prüften damit die verbreitete Annahme, dass Designer-Kreuzungen seltener an häufigen Erkrankungen leiden als die jeweiligen Ausgangsrassen.

Dazu verglichen sie die Chancen für die 57 verbreitetsten Gesundheitsstörungen bei den drei Designer-Kreuzungen jeweils mit denen ihrer Ursprungsrassen. Insgesamt kamen 342 Vergleiche zusammen.

Zu den häufig beobachteten Problemen zählten Augen- und Ohrenentzündungen, Durchfall sowie ein Riss des Kreuzbandes.

Und was kam heraus? In 87% der Fälle zeigten Pudel-Kreuzungen und die passenden Ursprungsrassen vergleichbare gesundheitliche Ergebnisse.

Bei einem kleinen Teil der Störungen traten Kreuzungen häufiger auf (7%). Bei einem ebenfalls kleinen Teil waren Kreuzungen seltener betroffen (6%).

In der Summe fand sich bei diesen Pudel-Kreuzungen kein überzeugender Hinweis auf einen „Hybridvorteil“. Ebenso gab es keinen Beleg dafür, dass reinrassige Hunde grundsätzlich deutlich gesünder wären als die Designer-Kreuzungen.

Was bedeutet das alles?

Aus Sicht der Autorinnen und Autoren sollten Menschen, die sich fragen, welchen Hund sie kaufen sollen, angesichts dieser Resultate stärker auf andere Punkte achten: etwa die Haltungs- und Zuchtbedingungen, das Temperament sowie die Gesundheit der Elterntiere eines Welpen.

Zu berücksichtigen ist auch: Untersucht wurden ausschliesslich junge erwachsene Hunde. Es ist möglich, dass gesundheitliche Vorteile durch Kreuzung erst später im Leben sichtbar werden. Eine Studie, die dieselben Fragen erneut stellt, wenn die Tiere alt sind, könnte daher besser erklären, wie Designer-Kreuzungen altern – und welche Risikofaktoren sich identifizieren lassen, damit sie gut altern.

Wichtig ist ausserdem, dass nur drei Kreuzungstypen betrachtet wurden – und alle betrafen Pudel. Andere Designer-Kreuzungen könnten durchaus gesünder sein als ihre reinrassigen Verwandten.

So ist bei kurzschnäuzigen Hunden wie Möpsen und Französischen Bulldoggen zum Beispiel damit zu rechnen, dass Atemnot sowie Haut- und Augenprobleme häufiger auftreten. Kreuzt man solche Rassen mit anderen Hunden, kann eine normal ausgeprägte Schnauze wieder stärker zur Geltung kommen – mit Vorteilen für Gesundheit und Wohlbefinden.

Welche Hunde könnten wir sein?

All das führt zu grundlegenden Fragen: Woher stammen die Tiere, mit denen wir leben? Wie werden sie gezüchtet – und ist das transparent nachvollziehbar? Sind wir mit den heutigen Zuchtpraktiken einverstanden? Und falls nicht: Was müsste sich ändern?

Naheliegend ist: Wenn wir nach dem passenden Hund suchen, wünschen wir uns ein Tier, das gesund ist, lange lebt und gerne mit uns zusammenlebt.

Davon profitiert der Hund – und ebenso seine Menschen. Ein gesunder Hund bedeutet weniger Tierarztkosten. Ein längeres Leben heisst mehr gemeinsame Zeit. Und ein harmonisches Zusammenleben steht für weniger Stress und eine höhere Lebensqualität für alle im Haushalt.

Doch wie findet man einen solchen Hund?

Einige europäische Länder schreiben vor, dass Hunde strenge körperliche, genetische und Verhaltensanforderungen erfüllen müssen, bevor sie registriert und zur Zucht eingesetzt werden dürfen. Dafür braucht es ein landesweit einheitliches Lizenzsystem und gut ausgestattete Kontrollen – beides fehlt in Australien.

Letztlich liegt es an uns, ob Hunde gesund, langlebig und zufrieden sind. Züchterinnen und Züchter entscheiden, welche Tiere verpaart werden. Hundefreundinnen und Hundefreunde entscheiden, welchen Welpen sie kaufen. Und mit unserer Stimme bei Wahlen beeinflussen wir, wie Regierungen die Zuchtbranche regulieren.

Im Interesse unserer Hunde hoffe ich, dass wir klug entscheiden.

Mia Cobb, Research Fellow, Animal Welfare Science Centre, The University of Melbourne

Dieser Artikel wird unter einer Creative-Commons-Lizenz aus The Conversation erneut veröffentlicht. Lesen Sie den Originalartikel.

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