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The Journal: Irlands Dassault Falcon 6X für 53 Millionen € ohne FalconEye

Privatjet auf Landebahn mit Lederordner, Zeitung und Kopfhörern auf dem Tisch im Vordergrund

Ein vom irischen Medium The Journal veröffentlichter Bericht besagt, dass der neue Regierungsjet Irlands – ein Dassault Falcon 6X im Wert von 53 Millionen € (61 Millionen $) – bei schlechten Sichtbedingungen keine zusätzliche Pilotenunterstützung bietet, weil das FalconEye-System fehlt. Dieses Assistenzsystem wurde von der israelischen Firma Elbit entwickelt.

FalconEye im Dassault Falcon 6X: fehlende Unterstützung bei Nebel und Dunkelheit

FalconEye gilt als fortschrittliches Paket aus Kameras und Sensoren, das Pilotinnen und Piloten bei Anflügen entscheidende Informationen für sichere Landungen liefert – insbesondere bei Nebel oder in der Nacht. Aus realen Sensordaten erzeugt das System ein künstliches Bild, das dabei helfen kann, Piste und Hindernisse früher zu erkennen, als es mit dem bloßen Auge möglich wäre.

Solche Lösungen werden häufig unter den Bezeichnungen CVS/EVS/SVS zusammengefasst. Diese Abkürzungen stehen für Systeme, die eine synthetische Sicht auf das Gelände generieren. Sie ersetzen jedoch nicht die Vorgabe, dass die Crew die Landebahn mit dem eigenen Auge sehen muss, um den Anflug fortzusetzen und die Landung durchzuführen.

Beschaffungspolitik Irlands und der Verzicht auf Elbit

Irland entschied im August 2024, Verteidigungsverträge mit israelischen Unternehmen auszusetzen. Zur Begründung wurde ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs angeführt, das sich gegen israelische Siedlungen im Westjordanland richtet.

Obwohl das Land in jüngerer Zeit Hubschrauber und Seeaufklärungsflugzeuge in Dienst gestellt hat, die mit Systemen von Elbit und weiteren israelischen Anbietern ausgerüstet sind, hätte der Auftrag für FalconEye eine formelle schriftliche Vereinbarung erfordert. Beschaffungsverantwortliche bewerteten dies laut Bericht als „einen Schritt zu weit“.

Das irische Verteidigungsministerium bestätigte weder, dass FalconEye im Falcon 6X fehlt, noch dementierte es dies. Es erklärte jedoch: „Es gibt derzeit keine Einschränkungen der operativen Leistungsfähigkeit des Luftfahrzeugs“. Pilotinnen und Piloten, die mit The Journal sprachen, sagten hingegen, der Verzicht auf FalconEye könne die Landemöglichkeiten bei Nebel einschränken.

Nach Angaben von Kevin Phipps, ehemaliger Pilot der irischen Luftwaffe und heute Verkehrspilot, „nutzen Enhanced-Vision-Systeme Infrarotkameras und Sensoren in weiteren Lichtspektren und projizieren die Bilder auf Head-up-Displays im Cockpit. Das sorgt für eine unvergleichliche Lagewahrnehmung und ermöglicht sichereres Fliegen bei Nacht und bei widrigen Wetterbedingungen.“

Er ergänzte außerdem: „Der operative Vorteil ist die Fähigkeit, bei Nebel zu landen, wenn andere Flugzeuge auf einen anderen Flughafen ausweichen müssten“ – auch wenn die Vorschriften für CVS-Systeme wie FalconEye keine Ausnahme und keine geringeren Sichtanforderungen für Landungen vorsehen.

Einsatzprofil des neuen Regierungsjets und Informationsanfragen

Der im Dezember ausgelieferte Jet ist für den Transport von Regierungsvertreterinnen und -vertretern vorgesehen und soll in bestimmten Fällen zudem als Langstrecken-Luftambulanz eingesetzt werden.

The Journal beantragte über das Gesetz zur Informationsfreiheit Auskünfte zu weiteren Projekten, die aufgrund der irischen Linie gegenüber israelischen Unternehmen ausgesetzt worden sein sollen. Das Verteidigungsministerium antwortete, es verfüge über keine relevanten Dokumente, die herausgegeben werden könnten.

Politischer Kontext: Gaza, Westjordanland und Verhältnis zu Israel

Irland zählt seit dem von der Hamas angeführten Angriff am 7. Oktober 2023 zu den deutlichsten Kritikern der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen und erkannte 2024 den Staat Palästina an.

Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar ordnete daraufhin die Schließung der Botschaft in Dublin an und verwies auf Politiken, die als „extrem anti-israelisch“ bewertet würden.

Zuletzt verabschiedete das irische Parlament zudem ein Gesetz, das Importe von Produkten aus israelischen Siedlungen im Westjordanland und in Ostjerusalem untersagt.

Darüber hinaus untersagte das Land rechtsextremen israelischen Ministern die Einreise, kritisierte deren Verhalten gegenüber pro-palästinensischen Aktivistinnen und Aktivisten und spricht sich für eine Überprüfung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens aus. Dieses Abkommen wurde 1995 geschlossen und bildet die Grundlage des Handels zwischen beiden Seiten.

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